Gesamter Zeitstrahl
Robert Stephenson Smyth Baden-Powell veranstaltet das erste Pfadfinderlager auf Brownsea Island, womit die Pfadfinderbewegung in England offiziell beginnt.
Schnell verbreitet sich die Pfadfinderbewegung auf der ganzen Welt - und natürlich bilden sich auch in Deutschland die ersten Pfadfindergruppen.
Baden-Powells Schwester Agnes gründet die Pfadfinderinnenbewegung, um Mädchen die Teilnahme zu ermöglichen. Später wird die Leitung der Pfadfinderinnen von Roberts Frau Olave übernommen.
Mit der Gründung der CPD werden die Ideen der Pfadfinderbewegung mit christlichen Werten verbunden.
Nun entsteht eine Pfadfindergruppe in Lingen.
Ein genaues Datum ist nicht bekannt.
Über die Anfänge der Lingener Pfadfinder berichtet die Zeitschrift "Der Pfad". Es handelt sich um die Blätter der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands. In der Ausgabe 3 Jahrgang Nr. 1 von Hartung (Januar) 1923 erscheint unter der Rubrik "Lug ins Land" ein Bericht aus dem Tecklenburger Land. Es wird berichtet von einer Wimpel-Weihe und zugleich der Trupp-Weihe am 22. im Gilbhard (Oktober) 1922 des Pfadfindertrupps aus Lingen, mit dem Hinweis, dass der Trupp bereits seit einem Jahr besteht.
Das Totenkopfbanner wurde damals als Stammesbanner genutzt. Eine Seite des Banners zeigt einen Totenkopf, der kunstgeschichtlich in der Renaissance und im Barock modern war. Lingener Pfadfinder wollten sich mit dem Zeichen von anderen Pfadfindern im Landes- und Bundesgebiet absetzen. Die andere Seite trägt eine Lilie mit Kreuz, ein Vorläufer der heutigen Pfadfinderlilie.
Ein exaktes Verbotsdatum für die Pfadfinderarbeit in Lingen ist nicht bekannt; stattdessen ist es ein Entwicklung von Einschränkungen bis zum Verbot zwischen 1933 und 1937.
Der Gründer der Pfadfinderbewegung stirbt am 8. Januar mit fast 84 Jahren in Kenia, wo er seinen Lebensabend verbrachte. In seinem letzten Brief hinterließ er der Pfadfinderbewegung ihren bis heute wohl wichtigsten Satz: „Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“ Seine Frau Olave starb 1977.
Bei einer Jungschar-Freizeit in der Baccumer Mühle über Ostern 1951 entsteht aus den beiden Gruppen "St.-Michael" und "Paul Gerhard" unser Stamm, der sich zuerst noch den Namen "Heinrich von Plauen" gegeben hat. Später nannten wir uns um zu "Eberhard von Danckelmann". Unser Stammesgründer war Alfred Müller. Die ersten beiden Gruppen waren die Uhus und Adler, aus letzterer ist Horst Sender (Hucki) immer noch aktiv dabei.
Nachdem in einem Gottesdienst bekannt gegeben wurde, dass in Lingen eine Mädchen-Pfadfindergruppe gegründet werden sollte, trafen sich etwa 50 Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren am 1. Mai 1952 zu einer Fahrradtour in den Biener Busch unter der Leitung der Volkshochschullehrerin Ilse Gerber.
Das Jugendheim (heute: Gemeindehaus Kreuzkirche) wird eingeweiht, bei dessen Bau wir Pfadfinder beteiligt waren und weit über 1000 Arbeitsstunden leisteten. Noch heute wird das Gebäude von uns genutzt.
Das Stammesbanner wurde in den 1950er Jahren, nachdem sich unser Stamm den Namen Eberhard von Danckelmann gegeben hatte, vom Gründungsmitglied Erhard Kropp entworfen und von seiner Frau Ursula Kropp hergestellt.
Aufgrund von wegziehenden Gruppenleiterinnen musste die Pfadfinderinnen-Arbeit in Lingen 1963 eingestellt werden.
Zu Jahresbeginn verschmelzen die CPD, EMP und BCP zum Verband Christlicher Pfadfinder*innen (damals: Pfadfinderinnen und Pfadfinder). Da es zu dem Zeitpunkt weder EMP noch BCP in Lingen gab, änderte sich für uns eher wenig - außer, dass nun wieder Mädchen in unseren Verband aufgenommen werden konnten!
Als Teil der evangelischen Jugend können wir uns heute als den größten evangelischen Pfadfinder*innenverband Deutschlands bezeichnen.
Wir Pfadfinder*innen waren dabei und haben beim Festumzug durch die Innenstadt die "Pest" im Mittelalter in Lingen dargestellt.
Den größten Zulauf erlebt unser Stamm in den 70er bis 80er Jahren mit einer Stammesstärke von 200 - 250 Aktiven.
So belegt zum Beispiel eine Sippenliste aus dem Jahr 1974, dass es 12 aktive Sippen gab.
Das Totenkopfbanner „verschwand“ 1980 beim Landeslager im Sauerland bei einer Unwetter-Evakuierung. Man munkelte, dass es gestohlen worden war…
1987 veranstalteten erstmals neun Lingener Pfadfinder*innen eine Skifreizeit in Gaschurn, Österreich. Über Gert „Semml“ Seemann entstand der Kontakt zur Pfadigruppe aus Ehningen, die bereits seit Jahren eine Berghütte nutzte. Da sie diese in diesem Jahr nicht belegen konnten, fragten sie die Lingener, ob sie nicht auch einmal in den Genuss der Berge und des Skifahrens kommen möchten. Für viele war Skifahren eine völlig neue Erfahrung.
Das erste Montagsgebet in Lingen, an dem ca. 12 Kreuzpfadfinder*innen teilnahmen, fand 1993 in der Kreuzkirche statt. Inspiriert wurde es durch ein Treffen von knapp 200 Kreuzpfadfinder*innen in Cuxhaven, darunter eben auch 15 aus Lingen, die das Montagsgebet dann hierherbrachten.
2002 tauchte es wieder in Lingen auf – es hatte stark gelitten und soll wohl in einer Studentenbude gehangen haben.
Das 60-jährige Jubiläum wird groß auf dem Universitätsplatz in Lingen gefeiert.
Die Pfadfinder-AG entstand 2012 – geboren aus der Not, dass Gruppenleiter*innen aufgrund der Ganztagsschule nur noch schwierig Gruppenstunden durchführen konnten. Die Möglichkeit, Gruppenstunden mit dem Nachmittagsangebot der Schulen zu verknüpfen, wurde erstmals an der Matthias-Claudias-Schule in Zusammenarbeit mit unserem Förderkreis umgesetzt. Das Konzept wurde erfolgreich fortgeführt und später auch an der Wilhelm-Berning-Schule eingeführt. Aus der AG entstand am Ende die Sippe Bären. Heute gibt es die Pfadi-AG nicht mehr.
Auf dem Gelände der Trinitatiskirche wird das 70-jährige Stammesjubiläum und das 100-jährige Pfadi-Jubiläum gefeiert.
Wir feiern unser 75. Stammesjubiläum!
